Heute ist frühes Aufstehen angesagt. Der Wecker klingelt, wir ziehen uns bereits badefertig an, frühstücken noch schnell und machen uns auf den Weg zu unserem Schnorchelausflug. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Scuba-Stützpunkt. Dort erhalten wir unsere Ausrüstung: Flossen, Taucherbrille, Schnorchel und für die Frostbeulen sogar einen Neoprenanzug. Die Taucher werden noch etwas umfangreicher ausgestattet. Schließlich verschwinden die gleich komplett in der Tiefe.
Nach einer weiteren kurzen Autofahrt geht es auf ein kleines Boot und wenig später fahren wir hinaus zur Lagune. Zunächst springen die Taucher ins Wasser und verschwinden nach unten, während wir Schnorchler die oberen Etagen des Ozeans übernehmen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Fische hier unterwegs sind. Einige schwimmen so nah vorbei, dass man meint, sie anfassen zu können. Natürlich tut man das nicht, aber allein dieses Gefühl macht das Ganze zu einem besonderen Erlebnis.
Nach etwa einer Stunde treffen wir die Taucher wieder und wechseln gemeinsam zur nächsten Stelle. Dort gibt es zwar weniger Fische, dafür entdecken wir zahlreiche Seesterne. Auch hier vergeht die Zeit viel zu schnell. Als wir schließlich zurück an Bord klettern, merke ich deutlich, dass Schnorcheln zwar entspannend aussieht, aber durchaus Energie kostet. Während das Boot gemütlich Richtung Küste schaukelt, lege ich mich in die Sonne und genieße die Rückfahrt. Das allein wäre schon ein perfekter Tagespunkt gewesen.
Aber Sansibar hat noch einen Nachschlag parat.
Anschließend fahren wir zur Nordküste. Dort befindet sich einer der bekanntesten Strände der Insel. Die Fahrt dauert noch einmal rund eine Stunde. Währenddessen nicke ich regelmäßig weg und merke, dass mich die Fischwelt erheblich mehr angestrengt hat, als ich zunächst dachte.
Am Strand angekommen zeigt Sansibar seine Postkarten-Seite. Weißer Sand und türkisfarbenes Wasser, soweit das Auge reicht. Es sieht tatsächlich genauso aus wie auf den Werbebildern. Wobei ich feststellen muss, dass sich das Schwimmen dort ähnlich anfühlt wie an allen anderen Stellen der Insel
Der Strand hat allerdings eine Besonderheit.
Die fliegenden Händler
Diese kommen in regelmäßigen Abständen vorbeikommen um Schiraffen, Kettchen, Kokosnüsse, Pringles, Bootsfahrten, Massagen oder vermutlich auch eine Eigentumswohnung auf Sansibar verkaufen wollen. Wer darauf keine Lust hat, entwickelt schnell die beste Überlebensstrategie des Tages: Handtuch über den Kopf ziehen und einen überzeugenden Mittagsschlaf vortäuschen.
Das funktioniert erstaunlich gut.
Irgendwann laufen wir den Strand noch einmal entlang und beschließen anschließend, dass wir genug gesehen haben. Also suchen wir unseren Fahrer auf und erklären ihm, dass wir bereit für die Rückfahrt sind. Ganz klappt das allerdings nicht, denn wir sind zu dritt unterwegs und müssen noch auf eine weitere Dame aus unserem Hotel warten. Glücklicherweise erscheint sie bereits wenige Minuten später. Wenn ich ehrlich bin, ist der Strand keiner der Punkte, die man gesehen haben muss.
Die Rückfahrt dauert fast zwei Stunden und spätestens jetzt weiß ich, dass der Tag Spuren hinterlassen hat. Wieder im Hotel angekommen folgt zunächst eine gründliche Dusche. Danach benötigen wir beide erst einmal eine Pause.
Der Tag war bisher wirklich großartig.
Am Abend wartet noch das Buffet, anschließend gönnen wir uns einen Absacker in der Jetty Bar und beobachten die beginnende Nachtstimmung. Eigentlich wäre jetzt noch Unterhaltung am Pool angesagt. Dort treten die afrikanischen Weather Girls auf. Oder zumindest etwas, das entfernt daran erinnern kann.
Wir entscheiden uns dagegen.
Der Schlaf ruft lauter.
Zurück in unserer Wohnung dauert es nur wenige Minuten, bis wir feststellen, dass unser Körper bereits eine Entscheidung getroffen hat.
Die Schlafphase hat begonnen.
Und ganz ehrlich: Nach Fischen, Seesternen, Traumstrand und Schiraffen ist das auch vollkommen in Ordnung.






































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