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10.8.2026 - Der Ball, der Junge und der Pool

Heute beginnt der Tag erstaunlich erfolgreich. Aufstehen, waschen, frühstücken und sofort gibt es eine positive Überraschung. Das Frühstück ist wirklich gut. Nicht dieses „für diesen Urlaub na ja“, sondern tatsächlich reichhaltig mit allem, was man sich morgens wünschen kann. So darf ein Urlaubstag starten.

Gut gestärkt laufen wir zunächst über die Anlage und buchen unseren Ausflug für morgen. Schnorcheln steht auf dem Programm und anschließend geht es noch zu einem Traumstrand. Die Preise haben wir bereits vorher mit anderen Anbietern verglichen und müssen zugeben, dass das Angebot absolut fair ist.

Danach wird es Zeit, unseren privaten Poolzugang auszuprobieren. Schließlich hat das Upgrade ja auch seine Vorteile. Also hinein ins Wasser. Allerdings dauert die Begeisterung nur wenige Sekunden. Als ich wieder auftauche, sieht mein Oberkörper aus, als hätte ich gerade den Schornstein einer Dampflok gereinigt. Bei Tanja erwischt es den Bikini. Genau an der Wasseroberfläche klebt eine schwarze, klebrige Pampe, die man vorher nicht erkennen konnte. Tanja verlässt den Pool. Ich folge kurz darauf. Unser Privatpool ist für heute erledigt.

Also wechseln wir an den großen Pool. Dort lassen wir uns zunächst von der Sonne braten und beobachten das Treiben der anderen Gäste. Anschließend drehen wir noch eine Runde durch die Anlage und treffen auf einen Anbieter für Ausflüge nach Stone Town. Als wir nicht sofort zusagen, reduziert er den Preis spontan um zwanzig Prozent. Spätestens hier wird klar, dass Sansibar seine arabischen Wurzeln nicht vergessen hat. Feilschen gehört einfach dazu. Trotzdem schlagen wir noch nicht ein.

Zur Mittagszeit wartet erneut ein reichhaltiges Buffet. Das Essen ist gut und ich bin zufrieden. Was mich allerdings in den Wahnsinn treibt, sind manche Gäste. Direkt vor uns türmt eine Familie acht Stück Kuchen auf einen einzigen Dessertteller. Gegessen werden am Ende vier. Der Rest geht zurück. Ich merke jedes Mal, wie mein Blutdruck steigt. Wahrscheinlich bin ich inzwischen alt genug, um über Lebensmittelverschwendung zu schimpfen.

Anschließend kehren wir noch einmal zu unserem Reiseanbieter zurück und versuchen unser Verhandlungsgeschick weiter auszubauen. Das klappt zunächst auch, bis plötzlich sämtliche Eintrittspreise extra berechnet werden sollen. Das Ergebnis wäre ein höherer Gesamtpreis. Also einigen wir uns wieder auf das ursprüngliche Angebot und beschließen: Donnerstagnachmittag geht es nach Stone Town.

Zurück in unserer Unterkunft erscheint plötzlich der Wasserinspektor. Zumindest heißt er in meiner persönlichen Vorstellung so. Ich stürme sofort auf die Terrasse und zeige ihm die schwarze Steifen in unserem Pool. Wenig später wird gereinigt und ich bin vermutlich offiziell der Mann, der den Pool für den gesamten Nachmittag stillgelegt hat.

Bleibt also erneut nur der Hauptpool.

Dort erleben wir die vielleicht beste Szene des Tages. Ein französischer Vater spielt mit seinem Sohn Ballwerfen im Wasser. Der Junge hält einen Schwimmreifen hoch, durch den der Ball fliegen soll. Der Vater fordert ihn auf, den Reifen etwas höher zu halten. Das Kind tut genau das. Leider befindet sich der Reifen jetzt exakt vor seinem Gesicht. Der Ball fliegt.

Pfump!

Wer Thorsten Sträters Geschichte mit dem Fußball kennt, weiß ungefähr, wie das aussieht.

Tanja und ich versuchen zunächst ernst zu bleiben. Vergeblich. Wir lachen Tränen. Der Vater schaut zunächst streng, muss dann aber ebenfalls lachen. Und als aus dem Hintergrund die Mutter noch lauter loslacht, ist die Szene endgültig gerettet. Dem Jungen passiert natürlich nichts.

Das macht hart fürs Leben.

Später sitzen wir noch in der Jetty Bar und beobachten einen Sonnenuntergang über dem Meer. Danach folgt ein völlig entspanntes Abendessen, bevor um 21:00 Uhr eine Tanzveranstaltung am Pool beginnt.

Die Beschreibung fällt schwer.

Irgendwo zwischen afrikanischen Backstreet Boys, Irene Cara und einer Musikanlage, die ausschließlich Bässe kennt, versuchen mehrere Animateure das Publikum zu begeistern. Wir halten tapfer zwanzig Minuten durch.

Dann kapitulieren wir.

Zurück in unserer Unterkunft beschließen wir, den Tag zu beenden. Morgen wartet Schnorcheln auf uns und dafür brauchen wir ausgeruhte Augen.

Außerdem möchte ich vermeiden, dass die afrikanischen Backstreet Boys heute Nacht noch in meinen Träumen auftreten.

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