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8.8.2026 - Endlich die Big Five

Heute heißt es Abschied nehmen von der Serengeti. Bevor wir allerdings den Ngorongoro-Krater erreichen, dürfen wir noch einmal die afrikanische Variante deutscher Behörden erleben. Zunächst stehen wir an einer Station, um uns offiziell aus der Serengeti abzumelden. Kaum ist der Stempel gesetzt, wartet schon die nächste Kontrollstelle. Dort geht es zwar etwas schneller, aber spätestens jetzt ist klar: Bürokratie funktioniert auf allen Kontinenten erstaunlich zuverlässig.

Danach liegen noch rund zwei Stunden Schotterpiste vor uns. Irgendwann stehen wir am Rand des Ngorongoro-Kraters und fahren langsam hinunter in den gewaltigen Kessel. Kaum angekommen, begrüßt uns bereits ein Löwe. Das ist ungefähr so, als würde am Eingang eines Freizeitparks Mickey Mouse die Gäste persönlich willkommen heißen. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass Mickey selten versucht, eine Antilope zu fressen.

Der Krater präsentiert sich anschließend wie eine Art afrikanisches Best-of-Album. Pelikane stolzieren durch die flachen Wasserstellen, Affen beobachten die Besucher mit kritischem Blick und die üblichen Verdächtigen wie Zebras, Gnus, Antilopen und Büffel sind natürlich ebenfalls vertreten. Irgendwie ist es schon verrückt. Vor zwei Wochen wäre ich bei jedem einzelnen Zebra begeistert aus dem Auto gesprungen. Heute fährt man an ihnen vorbei und denkt: "Schön, aber vielleicht kommt ja noch etwas Spannenderes."

Und tatsächlich kommt noch etwas.

Mitten in der Savanne steht plötzlich das Tier, das uns bislang gefehlt hat.

Ein Nashorn.

Etwas entfernt, etwas verschwommen durch Staub, Hitze und Flimmern, aber eindeutig ein Nashorn. Die Bilder sind fotografisch eher in der Kategorie Beweisfoto einzuordnen, aber das interessiert uns überhaupt nicht. Hauptsache gesehen. Damit sind die Big Five komplett. Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn. Mission erfüllt.

Mit zunehmender Mittagshitze werden die Tiere immer gemütlicher. Die Löwen dösen nur noch vor sich hin und sehen genauso motiviert aus wie wir nach dem Mittagessen. Nachdem auch wir unsere Pause hinter uns gebracht haben, fällt gelegentlich ebenfalls ein Auge zu. Zum Glück sitzt Gordon am Steuer und nicht ich.

Am späten Nachmittag verlassen wir den Krater wieder und erleben noch einmal, dass Verkehrsstaus keine deutsche Spezialität sind. Die Auffahrt zieht sich, Fahrzeuge stehen an mehreren Stellen und wir nutzen die Gelegenheit, die Aussicht über die Landschaft zu genießen. Unterwegs passieren wir auch das Grab von Bernhard und Michael Grzimek. Die Aussicht über den Kraterrand ist beeindruckend und macht schnell klar, warum dieser Ort zu den bekanntesten Naturwundern Afrikas gehört.

Gegen Abend erreichen wir schließlich unsere Lodge. Natürlich liegt sie wieder ungefähr dort, wo man das Ende der Welt vermuten würde. Immerhin erhalten wir unser angekündigtes Upgrade-Zimmer. Es gibt einen Balkon, viel Platz und sogar einen beleuchteten Pool in der Anlage. Schön ist das schon. Andererseits bleiben wir genau eine Nacht. Das erinnert ein wenig an ein Upgrade in die Business Class auf einem Flug von Köln nach Düsseldorf.

Beim Abendessen treffen wir wieder unsere kanadischen Bekannten, die mittlerweile in Belgien leben. Schnell kommen wir ins Gespräch und tauschen Erfahrungen über Lodges, Schotterpisten, Frühstücksvariationen und die kleinen Überraschungen dieser Reise aus. Es wird ein ausgesprochen unterhaltsamer Abend mit viel Gelächter und noch mehr Geschichten.

Später packen wir bereits die Koffer für den morgigen Flug nach Sansibar. Während draußen die Nacht hereinbricht, wird uns bewusst, dass unser Safari-Abenteuer nun vorbei ist. Der Abschluss könnte allerdings kaum besser sein.

Die Big Five sind komplett.

Und morgen warten Strand, Meer und Sansibar.

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