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31.7.2026 - Zwischen Schlick und Zebras

Der Tag beginnt um 8:00 Uhr und führt uns in Richtung Lake Natron. Vor uns liegen etwa dreieinhalb Stunden Fahrt über Schotterpisten. Die Strecke führt durch Savannen, vorbei an Bergen und durch Landschaften, die immer wieder spektakuläre Ausblicke bieten. Eigentlich eine traumhafte Route. Eigentlich

Denn die Nacht ist nicht gerade erholsam und die Temperaturen steigen mit jedem Kilometer weiter an. Irgendwann verlieren die schönsten Landschaften ihren Kampf gegen die Müdigkeit und die Augen fallen immer wieder für einige Sekunden zu. Unterwegs passieren wir den Oldoinyo Lengai, den heiligen Berg der Massai. Der markante Vulkan ragt aus der Landschaft heraus und besitzt für die Massai eine besondere spirituelle Bedeutung. Allein sein Anblick macht klar, warum dieser Berg als etwas Besonderes gilt.

Kurze Zeit später erreichen wir die „Grenze“ zum Lake Natron. Hier wird zunächst unser Massai-Guide für die spätere Flamingo-Wanderung organisiert, bevor es weiter zur Lodge geht. Dort angekommen folgt die erste kleine Enttäuschung. Die Zimmer sind noch nicht fertig. Also machen wir das, was man in Afrika hervorragend machen kann: Wir trinken etwas, genießen das Mittagessen und beobachten das entspannte Treiben der Lodge. Irgendwann erhalten wir schließlich Zimmer 104. Leider liegt es gefühlt genau dort, wo die Architekten beschlossen haben, die maximale Entfernung zur Rezeption auszureizen.

Dafür bekommen wir sehr interessante Nachbarn. Die Webers. Nicht die Familie aus Weilerswist. Sondern die gefiederten Kollegen. Die kleinen Baumeister veranstalten rund um unser Zimmer ein Konzert, das locker für mehrere Großveranstaltungen reichen würde. 

Gegen 17:00 Uhr beginnt dann der eigentliche Höhepunkt des Tages. Gemeinsam mit unserem Massai-Guide machen wir uns auf den Weg zum Natronsee. Schon nach wenigen Minuten erinnert mich die Landschaft an die Nordsee. Genauer gesagt an das Wattenmeer. Wir laufen durch den weichen Schlick, Schritt für Schritt hinaus in Richtung See. Nur dass hier keine Möwen, sondern Flamingos auf uns warten. Und davon jede Menge. Die rosa Farbtupfer heben sich deutlich vom hellen Untergrund des Sees ab und sorgen für ein beeindruckendes Bild. Während die Sonne langsam tiefer steht, entstehen tolle Fotomotive und wir verbringen einige Zeit damit, die Tiere zu beobachten und natürlich jede Menge Bilder aufzunehmen.

Nach der Wanderung gewinnt zunächst das Badezimmer unsere volle Aufmerksamkeit. Eine gründliche Dusche fühlt sich nach Schlick, Staub und Hitze fast wie Luxus an. Danach geht es direkt zum Abendessen. Der Hunger ist inzwischen groß genug, aber die Speisen ähneln den Vortagen. Zum Abschluss des Tages gönne ich mir noch eine Cola.

Man wird schließlich älter. Als wir anschließend vor unserer Lodge sitzen, wartet bereits die nächste Überraschung. In etwa fünfzig Metern Entfernung ziehen mehrere Zebras vorbei und grasen völlig unbeeindruckt von den menschlichen Besuchern. So etwas erlebt man nicht jeden Tag direkt vor der Haustür. Wir beobachten die Tiere noch eine Weile, genießen die Abendstimmung und lassen den Tag langsam ausklingen. Danach wird noch ein wenig gesurft, die Bilder werden gesichert und irgendwann gewinnt die Müdigkeit endgültig.

Nach Schotterpisten, Schlick, Flamingos, Webervögeln und Zebras fällt das Einschlafen heute jedenfalls nicht besonders schwer. 

 

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