Mittlerweile habe ich ein weiteres großes Geheimnis unserer Reise gelüftet. Wir übernachten offensichtlich bei Lodges desselben Anbieters. Das erkennt man nicht nur an den Unterkünften, sondern vor allem am Frühstück. Es ist jeden Morgen praktisch identisch. Wer also gehofft hat, in den nächsten Tagen ausführliche Berichte über Brötchen, Eier oder Marmeladen zu lesen, den muss ich enttäuschen. Es gibt keinen Grund dazu. Das Frühstück bleibt gleich.
Ein weiteres Ritual hat sich ebenfalls etabliert. Beim Auschecken dürfen wir jedes Mal eine zusätzliche Steuer bezahlen. Eigentlich möchte ich diese Gebühr bequem mit der Kreditkarte begleichen. Das Problem: Dann werden gleich drei Prozent Aufschlag fällig. Natürlich weiß ich, dass die Kreditkartenunternehmen ebenfalls Geld verdienen wollen. Trotzdem sehe ich es nicht ein, für jede Zahlung noch einmal extra zur Kasse gebeten zu werden. Also bezahle ich weiterhin bar. Irgendwann werde ich wahrscheinlich nur noch den klassischen Trinkgeldschein in der Tasche haben. Und ja, das mag vielleicht etwas egoistisch klingen, aber ich bin inzwischen nicht mehr bereit, für jede Selbstverständlichkeit zusätzlich Geld auszugeben.
Nach dem Frühstück startet die heutige Gamedrive. Unser Ziel ist der Lake-Manyara-Nationalpark. Dieser Park ist vor allem für zwei besondere Attraktionen berühmt. Zum einen für Löwen, die regelmäßig auf Bäumen liegen. Zum anderen für die Flamingos, die normalerweise in großen Gruppen entlang des Sees nach Nahrung suchen.
Die Theorie klingt großartig - Die Praxis sieht aktuell etwas anders aus.
In den vergangenen Monaten und Jahren hat es hier außergewöhnlich viel geregnet. Der Wasserstand des Sees ist deutlich gestiegen. Viele der Bäume, auf denen die berühmten Löwen normalerweise ihre entspannte Aussicht genießen, stehen inzwischen im Wasser.
Auch die Flamingos haben auf die veränderten Bedingungen reagiert. Wo keine Nahrung ist, bleiben auch keine Flamingos. Manchmal gewinnt eben die Natur gegen jeden Reiseanbieter.
Zum Glück hat der Park noch eine ganze Menge mehr zu bieten. Und so beginnt ein weiterer Safari-Tag.
Der Höhepunkt des Tages lässt jedoch nicht lange auf sich warten. Im Gegensatz zum Vortag sehen wir heute drei Löwen. Spätestens jetzt ist klar: Der Manyara-Nationalpark liefert. Doch damit noch nicht genug. Wenig später entdecken wir einen Leoparden. Und zwar nicht irgendwo im Gebüsch versteckt, sondern ganz klassisch schlafend auf einem Baum.
Am Ende stellt sich heraus, dass man weder Flamingos noch baumkletternde Löwen braucht, um einen guten Tag zu erleben. Unser Guide Godson trägt dazu einen großen Teil bei. Er kennt den Park hervorragend, entdeckt Tiere oft lange bevor wir sie überhaupt wahrnehmen, und bringt uns immer wieder an die richtigen Stellen. Man merkt schnell, dass er seinen Beruf nicht einfach nur ausübt, sondern mit echter Leidenschaft dabei ist.
Am frühen Abend erreichen wir schließlich die Manyara Escarpment Lodge.
Hier bleiben wir gleich zwei Nächte. Das allein fühlt sich schon fast wie Urlaub im Urlaub an. Wir richten uns etwas wohnlicher ein, verstauen die Ausrüstung und freuen uns auf das Abendessen. Noch größer ist allerdings die Vorfreude auf morgen.
Kein stundenlanges Autofahren. Keine lange Anreise. Stattdessen steht ein entspannter Tag am Pool auf dem Programm. Genau das Richtige nach den vielen Kilometern der vergangenen Tage.
Die Bilder sind gesichert, die Akkus laden wieder, die Speicherkarten sind gefüllt und irgendwo draußen verschwindet die afrikanische Sonne hinter den Hügeln.
Ein perfekter Zeitpunkt, um den Tag zu beenden und sich auf das nächste Abenteuer zu freuen.






































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