Das Frühstück ist heute ungefähr so spannend wie gestern. Also gar nicht. Es gibt exakt dasselbe wie am Vortag. Nicht schlecht, nicht gut, einfach Frühstück. Deshalb verlieren wir darüber auch nicht viele Worte und konzentrieren uns lieber auf die spannenderen Dinge des Tages.
Um 8:00 Uhr steht unser Fahrer vor der Tür. Allerdings wieder ein neuer. Unser bisheriger Fahrer benötigt dringend einen freien Tag. Langsam entwickelt sich die Fahrerbesetzung dieser Reise zu einem Überraschungspaket: Jeden Morgen gibt es einen neuen Kandidaten am Steuer.
Zunächst fahren wir durch Arusha. Nach kurzer Zeit halten wir an einem Souvenirgeschäft. Zehn Minuten Zeit zum Stöbern. Dort warten die üblichen Verdächtigen auf Käufer: Holzgiraffen, Holzlöwen, Holzzebras und wieder haben wir keine gekauft.
Anschließend beginnt die längste Gerade des Tages. Drei Stunden tansanische Fernstraße. Tempolimit 80 km/h. Geradeaus. Sehr lange geradeaus. Irgendwann biegen wir links ab und erreichen den Tarangire-Nationalpark.
Dieser Nationalpark ist vor allem für zwei Dinge bekannt: seine riesigen Affenbrotbäume und seine Elefanten.
Wobei hier niemand Affenbrotbaum sagt. Hier heißen die gewaltigen Bäume schlicht Baobab und so nenne ich sie jetzt auch
Und gewaltig ist wirklich nicht übertrieben. Einige dieser uralten Riesen sehen aus, als hätte sie jemand verkehrt herum in die Erde gesteckt. Ihre dicken Stämme dominieren die Savanne und verleihen dem Park seinen ganz eigenen Charakter.
Doch die eigentlichen Stars des Tages haben vier Beine und einen Rüssel.
Schon kurz nach der Einfahrt tauchen die ersten Herden auf. Wenig später stehen wir mitten in einer Landschaft voller Dickhäuter. Familienverbände ziehen durch die Savanne, Jungtiere laufen zwischen den Erwachsenen hindurch und am Tarangire River beobachten wir zahlreiche Tiere beim Trinken und Baden und Suhlen.
Besonders die jungen Elefanten liefern dabei beste Unterhaltung. Sie versuchen alles genauso zu machen wie die Großen, wirken dabei aber manchmal noch ein wenig unbeholfen. Genau das macht sie so sympathisch.
Natürlich bekommen wir noch deutlich mehr zu sehen.
Giraffen ziehen elegant durch die Landschaft und geben sich größte Mühe, zwischen den Akazien unauffällig zu wirken. Auch Zebras mit Nachwuchs lassen sich beobachten. Dazwischen taucht immer wieder farbenprächtige Vogelwelt auf. Besonders ein Gaukler sorgt mit seinen spektakulären Farben für Begeisterung. Selbst ein Zwergmungo lässt sich fotografieren.
Und dann gibt es noch den Löwen. Zumindest theoretisch. Denn während die Löwen in den Hochglanzprospekten immer majestätisch auf Felsen liegen und auf Fotografen warten, präsentiert sich mein Exemplar eher als Suchbild für Fortgeschrittene. Ein Stück Bein, etwas Gras und viel Fantasie.
Aber egal. Gesehen ist gesehen.
Danach beginnt allerdings der weniger angenehme Teil des Tages.
Für die Fahrt zur nächsten Lodge steigen wir wieder in unser großes Fahrzeug ohne Klimaanlage. Was zunächst nach einem kleinen Detail klingt, entwickelt sich bei den inzwischen hohen Temperaturen zu einer echten Herausforderung. Die kommenden zweieinhalb Stunden schmoren wir praktisch im eigenen Saft.
Ehrlich gesagt finde ich diese Organisation nicht optimal.
Warum nutzt man nicht die robusten Safari-Jeeps für die Nationalparks und setzt für die oft stundenlangen Transferstrecken moderne und möglichst umweltfreundliche Fahrzeuge mit Klimaanlage ein? Für die Gäste wäre das deutlich angenehmer und vermutlich auch die bessere Lösung.
Manchmal lohnt es sich, einfach einen Schritt weiterzudenken.
Als wir schließlich an der Lodge ankommen, werfen wir unsere Sachen ins Zelt.
Und bevor jetzt jemand an Isomatte, Schlafsack und Campingromantik denkt: Vergesst diesen Gedanken sofort wieder. Das hier ist Glamping. Wer nicht weiß was es ist – einfach mal googeln.
Der nächste Weg führt direkt zum Pool.
Als ich bereits entspannt im Wasser liege und die dringend benötigte Abkühlung genieße, entdecke ich wenige Meter entfernt eine Dusche.
Tschuldigung.
Der Abend vergeht anschließend angenehm entspannt. Die Bilder des Tages werden gesichtet, sortiert und bewertet. Fotografen kennen das: Aus hunderten Aufnahmen kristallisieren sich langsam die echten Favoriten heraus.
Zum Abschluss des Tages gibt es noch einen leckeren Gin Tonic an der Bar.
Und jetzt geht es morgen weiter.






































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