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26.7.2026 - Türkish Chaos Deluxe

Eigentlich sollte der Tag ganz entspannt beginnen. Ausschlafen, frühstücken, Taxi zum Flughafen, einsteigen und nach Arusha fliegen. Ein Plan so einfach, dass man ihn kaum kaputtmachen kann. Außer natürlich, man fliegt mit einer Airline, die Überbuchungen offenbar als sportliche Herausforderung betrachtet.

Bereits am Vortag hatte ich die freundliche Nachricht erhalten, mich am Check-in-Schalter zu melden. Das klingt zunächst harmlos. In der Praxis bedeutet es jedoch meist: „Wir haben ein Problem, und jetzt wird es auch Ihres.“

Also begann die bekannte Flughafendisziplin „Schalter-Hopping“. Schalter Nummer eins schickte uns zu Schalter Nummer zwei. Schalter Nummer zwei verwies auf Schalter Nummer drei. Dort stellte schließlich jemand fest, dass unser Flug überbucht war. Überraschung. Offenbar lautete die Strategie: Erst alle Reisenden verwirren, dann schlechte Nachrichten überbringen.

Die Lösung war schnell gefunden – zumindest für Turkish Airlines. Wir würden zwei Stunden später fliegen, einen Zwischenstopp auf Sansibar einlegen und erst gegen vier Uhr morgens in Arusha landen. Genau den Flug, den ich bei der Buchung vermeiden wollte. Manchmal hat das Universum eben Humor.

Immerhin gab es einen Essensgutschein. In München durfte ich damit einst in nahezu jedem Restaurant am Flughafen essen. Hier bestand die kulinarische Auswahl aus Fast Food. Wenn das Schicksal dir Zitronen gibt, verkauft Turkish Airlines vermutlich die Zitronenpresse separat.

Doch damit war das Kapitel noch nicht beendet. Beim Boarding wurde erneut gefragt, ob jemand freiwillig später fliegen möchte, weil auch dieses Flugzeug wieder überbucht sei. Langsam entstand bei mir die Vermutung, dass Überbuchung kein Betriebsunfall, sondern Teil des Geschäftsmodells sein könnte.

Im Flugzeug setzte sich das Vergnügen fort. Zahlreiche Paare saßen getrennt voneinander. Auch wir waren betroffen. Sofort begann das große Stühlerücken. Menschen wechselten Plätze, diskutierten Reihen und suchten ihre Familien zusammen.

In Sansibar wurde dann die Besatzung gewechselt. Und mit ihr offenbar auch die Regeln. Dinge, die zuvor völlig in Ordnung waren, waren jetzt plötzlich verboten. Warum? Gute Frage. Wahrscheinlich lag die Antwort im gleichen Handbuch, in dem auch das Kapitel „Überbuchung leicht gemacht“ steht.

Irgendwann kam ich zu der Erkenntnis, dass das positive Karma des Vortages vollständig aufgebraucht war. Gestern lief einfach alles zu gut. Irgendwo musste die Rechnung ja präsentiert werden.

Gegen sechs Uhr morgens erreichten wir schließlich unsere Lodge. Schnell frühstücken, kurz ins Bett fallen und ein wenig Schlaf nachholen. Denn bereits um zehn Uhr wartete die erste Safari.

Manchmal ist eine Safari eben nicht das Abenteuer des Tages. Manchmal reicht schon ein Flug.

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