Der Tag beginnt wie die letzten zuvor – aufstehen, Hals meldet sich direkt wieder, einmal tief durchatmen und ab zur Bäckerei. Routine stellt sich ein und gleichzeitig weiß ich: Heute ist kein normaler Tag. Heute ist der letzte Tag unserer Paris Reise.
Während ich noch am Croissant knabbere, schiebt sich dieser Gedanke langsam nach vorne: Koffer packen. Abreise. Ende. Und trotzdem – noch ist Zeit.
Wir laufen rüber zur Unterkunft der anderen und ziehen gemeinsam los. Unser Ziel ist zunächst wenig spektakulär: ein Plattenladen irgendwo im Viertel. Unser Weg dorthin hingegen? Ein fotografischer Jackpot. Antiquitätenläden mit Patina, Streetart an jeder zweiten Wand, kleine Szenen am Straßenrand und vor allem Menschen, die genau dieses Pariser Leben ausmachen. Ich frage, halte die Kamera hoch – und überraschend oft kommt ein Lächeln zurück und ein klares „Oui“. Genau das sind die Momente, die Reisefotografie ausmachen.
Ich merke schnell: Ich könnte hier noch Stunden verbringen. Dieses Viertel hat nichts von den klassischen Postkartenmotiven. Es ist rauer, ehrlicher, ein bisschen schräg – aber genau deshalb so fotogen. Jeder Meter liefert neue Motive, jeder Blickwinkel liefert eine neue Geschichte.
Irgendwann holt uns die Realität ein. Zurück ins Appartement, Gepäck holen und ab Richtung Bahnhof. Der Plan ist simpel: Koffer ins Schließfach, nochmal losziehen. Die Realität? Alle Schließfächer sind voll. Willkommen in Paris.
Plan B: Bounce. Eine App, von der ich vorher noch nie gehört habe, die sich jetzt aber als echter Gamechanger entpuppt. Hotels und kleine Läden bieten an, Gepäck gegen eine Gebühr zu lagern. Klingt erstmal schräg – funktioniert aber perfekt. Koffer abgegeben, Hände frei, der Kopf ist wieder im Urlaubsmodus.
Letzter Programmpunkt: Les Halles. Modern, zentral, immer was los. Und natürlich bleibt Paris sich treu – kaum sind wir da, öffnet der Himmel wieder komplett seine Schleusen. Regen, wie aus Eimern. Die Wasserläufe kommen kaum hinterher. Also kurzerhand rein, unter die Canopée, und den Nachmittag einfach treiben lassen. Beobachten, fotografieren, noch einmal dieses Pariser Lebensgefühl aufsaugen.
Gegen 17:00 Uhr gönnen wir uns unsere letzte Mahlzeit. Kein großes Tamtam, einfach ein ruhiger Abschluss nach diesen intensiven Tagen. Ein letzter Blick zurück, ein letzter Schluck – und dann geht es Richtung Bahnhof.
Der Eurostar wartet schon. Und diesmal macht er keine Faxen: pünktlich auf die Minute rollen wir los Richtung Köln. Paris verschwindet langsam aus dem Fenster – und bleibt gleichzeitig komplett im Kopf.
Was bleibt? Eine klare Empfehlung für unsere Airbnb Unterkunft. Ja, vierte Etage ohne Aufzug – man sollte das sportlich sehen. Dafür liegt alles direkt vor der Tür: Metro 150 Meter entfernt, Bäckerei gleich daneben, kurze Wege überall hin. Die Betten? Top. Schlaf funktioniert – und das ist Gold wert. Ich kann diese Unterkunft nur empfehlen.
Und das Märchen vom teuren Paris? Kann ich so nicht bestätigen. Klar, wer nur auf den großen Prachtstraßen unterwegs ist, zahlt ordentlich. Aber ein paar Straßen weiter sieht die Welt ganz anders aus. Essen, Preise, Alltag – absolut machbar.
Der Nahverkehr? Rund 32,40 € für eine Woche. Natürlich ist da mein Deutschlandticket unschlagbar, aber für eine Metropole wie Paris ist das völlig okay.
Und während der Zug weiter in Richtung Heimat rollt, denke ich nur eins:
Das war es… für dieses Mal.
Im Juni geht’s wieder los.





































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