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15.5.2026 – Paris zwischen Tempo und Regen

Der Tag beginnt – sagen wir es ehrlich – etwas zu entspannt. Erst gegen 8:30 Uhr stehe ich in unserer Lieblingsbäckerei, halte endlich ein frisches Croissant in der Hand und komme langsam im Tag an. Kaum habe ich den ersten Bissen genommen, meldet sich auch schon die Gruppe. Perfektes Timing, würde ich sagen.

Gemeinsam geht es in die Metro, Ziel: Grand Palais und Petit Palais. Und ab diesem Moment schaltet Paris wieder in den Vorwärtsgang. Es fühlt sich an wie ein fotografischer Sprint durch die Stadt – Champs-Élysées, Triumphbogen, Eiffelturm. Alles dabei, alles im Kasten, alles in erstaunlich kurzer Zeit. Zwischendurch kommt unweigerlich der Gedanke auf: Haben wir das gerade wirklich alles in ein paar Stunden erledigt?

Gegen 12:30 Uhr ist dieses Mammutprogramm tatsächlich geschafft – zumindest fürs Erste.

Dann folgt ein Wechsel des Tempos. Am Canal Saint-Martin wartet unsere Bootstour, endlich ein Moment zum Sitzen, zum Durchatmen. Zumindest ist das der Plan. Die Realität sieht so aus, dass mich die Wärme im Innenraum schneller erwischt als gedacht und das sanfte Schaukeln des Boots mich direkt in einen kurzen Powernap begleitet. Fast schon unbeabsichtigte Entspannung.

Wieder wach, treffe ich eine sehr klare Entscheidung: raus aufs Außendeck. Frische Luft hilft nicht nur beim Wachwerden, sondern sorgt auch für den nötigen Abstand zu einer sehr lebhaften niederländischen Reisegruppe hinter mir. Sagen wir es freundlich: Die Stimmung erinnert stark an eine Klassenfahrt in der letzten Reihe des Busses. Dafür entschädigt Paris umso mehr. Schleusen, Tunnel, die Seine und die vorbeiziehenden Monumente – genau solche Perspektiven machen für mich den Reiz aus.

Nach gut zwei Stunden legen wir wieder an. Mein Fokus ist inzwischen sehr klar: Hunger. Richtig Hunger. Doch bevor es etwas zu essen gibt, steht noch ein kurzer Stopp an der Notre-Dame auf dem Programm. Klassiker gehören einfach dazu.

Danach trennen sich die Wege mit dem Rest der Gruppe. Der Plan ist eigentlich simpel: zurück nach Saint-Martin und entspannt essen gehen. Doch Paris wäre nicht Paris, wenn es nicht noch eine Überraschung parat hätte. Am Place de la République erwischt uns ein heftiges Gewitter und innerhalb weniger Minuten sind wir komplett durchnässt. Wieder einmal.

Trotzdem gehen wir essen – Plan ist Plan. Allerdings merke ich langsam, wie die Nässe durchzieht. Es wird kalt, die Energie lässt nach und der Hals meldet sich unangenehm zu Wort. Paris zeigt heute nicht nur seine spektakulären Seiten, sondern auch die ehrlichen, anstrengenden Momente.

Nach dem Essen gibt es nur noch ein Ziel: zurück ins Appartement. Doch selbst das läuft nicht ganz reibungslos, da unsere gewohnte Metro nicht fährt. Also Umweg. Auch das gehört inzwischen einfach dazu. Als wir schließlich ankommen, warten noch die vier Etagen bis zur Wohnung. Jede einzelne Stufe spüre ich heute intensiver als sonst.

Oben angekommen bleibt nicht mehr viel übrig. Ich lege mich hin – und bin sofort weg.

Paris kann laut, wild, chaotisch, nass und gleichzeitig unglaublich faszinierend sein. Und genau diese Mischung macht die Stadt für mich so besonders.

 

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