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13.5.2026 - Paris wir kommen

Ich sitze im Zug, lehne mich entspannt zurück und grinse: Paris, wir kommen! Fast pünktlich starte ich in Weilerswist, der Eurostar gleitet wie versprochen Richtung Stadt der Liebe. Genau mein Ding – Reisen, Fotografie und dieses Kribbeln, wenn das nächste Abenteuer beginnt.

Spätestens in Aachen wird aus einer entspannten Zugfahrt dann echte Reise-Realität. Steffen taucht plötzlich im Waggon auf, bestens ausgerüstet mit Frikadellen, Laugenstangen und allem, was man unterwegs so brauchen kann. Wer braucht schon Bordbistro, wenn man so versorgt wird? Die Stimmung kippt endgültig von ruhig zu gesellig, und ich weiß jetzt schon: Diese Reise wird nicht nur fotografisch interessant.

Während draußen Belgien vorbeizieht, genieße ich mit Tanja im Wagen 26 die angenehme Ruhe. Nur ein paar Waggons weiter, im Wagen 28, sitzt der Rest unserer Gruppe – und ich kann mir lebhaft vorstellen, wie dort schon die ersten Geschichten entstehen, die ich hier erzählen werde. Genau diese Mischung aus Rückzug und Trubel ist perfekt. Ich beobachte, sammle Eindrücke und merke, wie mein Blick sich langsam auf das einstellt, was kommt: Reisen im besten Sinne.

Organisatorisch läuft alles erstaunlich rund. Unsere Vermieterinnen in Paris haben uns vorab alle wichtigen Informationen geschickt, vom Check-in bis zum WLAN. Die Metro-Tickets sind längst geladen – ein kleiner Vorsprung, der sich später noch als wertvoll erweisen wird. Denn jede Städtereise hat diesen Moment, in dem Theorie und Realität aufeinandertreffen.

Und genau der kommt natürlich am Gare du Nord.

Kaum angekommen, tauchen wir ein in dieses typisch Pariser Durcheinander aus Menschen, Sprachen und Bewegungen. Während Tanja und ich entspannt Richtung Metro gehen, beginnt für den Rest unserer Gruppe das, was man wohl liebevoll als „organisierte Improvisation“ bezeichnen kann. Fahrkartenautomaten, Tarifzonen, leicht ratlose Blicke – und mittendrin wir. Nach einigen Minuten, die sich deutlich länger anfühlen, haben wir zwar Tickets, aber nicht ganz so viele Karten wie gedacht. Also wird kurzerhand umdisponiert, und wir schieben uns durch die Schranken. Nicht perfekt, aber effektiv. Willkommen in Paris.

Als wir schließlich in unserem Viertel ankommen, sind es nur noch wenige Meter bis zur Wohnung. Türen, Codes, Chips – alles funktioniert, wenn auch mit kleinen Denkpausen zwischendurch. Und dann stehen wir drin: eine wirklich schöne, gepflegte Unterkunft. Nur eine Kleinigkeit wird uns nicht erspart: vier Etagen ohne Aufzug. Spätestens jetzt wird klar, dass ein Urlaub nicht nur aus Bildern, sondern manchmal auch aus Treppen besteht.

Eigentlich wollen wir nur noch ankommen und durchatmen. Aber dann meldet sich dieses ganz banale Bedürfnis: Durst. Also wieder runter, vier Etagen, und die Erkenntnis, dass um diese Uhrzeit nur noch ein McDonald’s geöffnet hat. Auch das gehört zur Reiserealität. Wir bestellen ganz unspektakulär zwei Getränke – und warten. Und warten ein bisschen länger. Als wir schließlich versorgt sind, zeigt die Uhr bereits 23:58.

Auf dem Rückweg passiert dann dieser eine Moment, für den sich die ganze Reise lohnt.

Ich schaue die Rue Kléber hinunter, und in der Ferne leuchtet Sacré-Cœur. Genau dieses warme, nächtliche Licht, das man sich für perfekte Street Photography wünscht. Ich greife reflexartig zum iPhone, richte es aus, bin bereit.

23:59.

Ein letzter Atemzug.

0:00.

Das Licht erlischt.

Ein perfektes Motiv – und genau einen Moment zu spät.

Ich muss lachen. Genau so ist das: Man plant, organisiert, reagiert – und manchmal gewinnt einfach die Stadt. Aber genau das macht den Reiz aus. Dieses kleine Stück Unperfektheit, das später zur besten Geschichte wird.

Paris zeigt mir schon in der ersten Nacht, dass es hier nicht um das perfekte Bild geht. Es geht um das Erlebnis dahinter.

Und genau deshalb weiß ich:
Paris ist kein Ziel. Paris ist ein Gefühl.

Und dieses Gefühl halte ich fest – Bild für Bild, Moment für Moment.
Aber heute reicht es erstmal. Morgen beginnt der eigentliche Urlaub.

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Evi
Donnerstag, 14. Mai 2026 09:26
Super schöner und interessanter Bericht, der einen mit auf die Reise nimmt👏
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