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5.4.2026 – Nordsee, Wind und Wege

Der Abend von gestern klingt noch nach, und zwar sehr italienisch. Wir saßen ja beim Italiener und es ist Karsamstag. Für mich ist völlig klar: Heute kommt ein Gloria. Und natürlich kommt es. „Gloria“ von Umberto Tozzi läuft im Restaurant, ich singe laut und textsicher mit, während Tanja mit einem Blick deutlich macht, dass sie diese Karaoke-Einlage nicht aktiv unterstützt. Danach geht es nahtlos weiter mit italienischen Klassikern: „Azzurro“ von Adriano Celentano, später „Un’Estate Italiana“ von Gianna Nannini & Edoardo Bennato. Ich kann jedes Lied mitsingen, wirklich jedes, und fühle mich musikalisch voll in meinem Element – auch wenn der Applaus ausbleibt.

Der neue Tag startet ebenfalls musikalisch, nur deutlich rauer. Wir schwingen uns aufs Fahrrad und fahren in Richtung Strand. Kurz vor der Promenade erwischt uns allerdings kein Song, sondern ein sehr reales Insel-Remix: „Peeling, nothing more than Peeling“. Der Wind auf Norderney zeigt heute mit voller Kraft, was er kann. Sand prasselt uns ins Gesicht, sticht auf der Haut und knirscht wenig später zwischen den Zähnen. Heute gibt es hier Böen, die jede Gesichtsmaske überflüssig machen. Wir entscheiden uns klug um und wechseln spontan den Plan B.

Der heißt: Watt Welten. Und dort sind wir heute absolut richtig. Das Museum rund um den Nationalpark Wattenmeer ist modern, spannend und lehrreich. Wir lernen viel über Natur, Gezeiten und das Leben im Watt. Der Besuch lohnt sich für Groß und Klein und ist eine echte Empfehlung für alle, die auf Norderney nicht nur Strand sehen wollen.

Danach geht es weiter in Richtung Meierei. Normalerweise ein entspannter Weg, heute allerdings ein sportlicher Akt. Der Wind hält uns immer wieder so fest, dass wir kaum vorankommen. Als wir endlich am Restaurant ankommen, haben wir uns eine Pause mehr als verdient. Ich bestelle mein übliches Nordseeinsel-Gericht: warmen Milchreis mit Zucker und Zimt. Sieht überschaubar aus, hat es aber in sich. Nach dem letzten Löffel ist klar: Hier passt nichts mehr rein.

Wir erholen uns kurz und steigen anschließend noch zur Meierei-Düne hinauf. Die Landschaft ist großartig, der Blick weit, der Sturm allerdings noch heftiger als unten. Also genießen wir kurz die Aussicht und treten dann zügig den Rückzug an.

Zurück Richtung Ferienwohnung geben wir zunächst die Fahrräder ab und bummeln noch ein wenig durchs Städtchen. Es bleibt Zeit zum Shoppen, bevor wir im Conversationshaus bei einem Kaffee und einer Cola einkehren. Das Inseltempo macht müde, deshalb legen wir später erneut eine Pause in der Ferienwohnung ein. Dort kümmern wir uns in aller Ruhe um die digitale Osterpost von Freunden, Bekannten und Verwandten. Das Lesen und Beantworten all der Nachrichten macht richtig Spaß.

Am Abend landen wir spontan im Hotel Friese. Eine Reservierung haben wir nicht, aber man findet trotzdem einen Platz für uns. Das Essen ist ein echtes Urlaubs-Highlight: alles frisch, alles handgemacht, alles hervorragend. Ein Essen, das im Gedächtnis bleibt. Und dazu Preise, die deutlich unter denen vieler anderer Restaurants liegen. Schade eigentlich, dass wir hier erst jetzt einkehren.

Zum Abschluss wollen wir doch noch die Strandrunde drehen, die wir morgens abbrechen mussten. Der Wind sieht das anders. Es stürmt weiterhin kräftig, also drehen wir erneut um, gehen zurück in die Ferienwohnung, schauen das Ende vom Traumschiff und lassen den Abend ruhig ausklingen. Norderney zeigt sich heute rau, frech und herzlich zugleich – genau so, wie diese Insel ist.

Kommentare

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Alexander
Montag, 06. April 2026 11:57
Wo ist der Michreis, leider ist auf dem Foto nur Zucker und Zimt zu sehen!? Ansonsten tolle Fotos und Eindrücke von der Insel. Euch noch erholsame und sonnige Tage auf Norderney!!
Liebe Grüße aus Weilerswist.
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Norbert Liebertz
Montag, 06. April 2026 22:15
Jetzt sind wir wieder zurück und ja, da war wohl etwas Zimt und Zucker oben drauf - War aber lecker.
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