Manchmal beginnt ein Geburtstag ganz leise. So leise, dass man nach dem Schreiben des morgendlichen Blogeintrags einfach noch einmal einschläft. Genau das passiert heute. Als ich wieder aufwache, bin ich ein erstaunlich ausgeschlafenes Kerlchen – was hervorragend ist, denn Tanjas Geburtstag zu vergessen, wäre an diesem Ort absolut unverzeihlich.
Also geschniegelt, gestriegelt und voller Tatendrang: Tisch gedeckt, Kaffee gebrüht, kleines Geschenk strategisch perfekt auf dem Teller platziert. Mission Geburtstag erfolgreich gestartet. Wir frühstücken ausgiebig und beenden dies aber aus Rücksicht auf das Tagesprogramm.
Unser Ziel: Meine Meierei Norderney. Ein Spaziergang, der uns durch die Insel führt, vorbei an liebevollen Ferienhäusern, salziger Nordseeluft und der alten Windmühle. Gegen Mittag erreichen wir die Meierei – eine Location, die sofort Sympathiepunkte sammelt. Gemütlich, entspannt, gutes Essen, nette Menschen. Ich bin mir ziemlich sicher: Das war nicht unser letzter Besuch in diesem Urlaub.
Frisch gestärkt geht es über die Dünen Richtung Strand. Sand, Sonne, salzige Luft – das komplette Nordsee‑Best‑of. Danach der Rückweg zur Ferienwohnung. Aber natürlich nicht ohne vorher noch bei einem Fahrradverleiher einzukehren. Vier Tage Pedelec sollen es werden. Bonuslevel: Der Betreiber entpuppt sich als unser Vermieter. Ergebnis? 10 % Rabatt pro Rad. Kundennähe in Reinform. So geht Urlaub auf Norderney.
Nach rund 8 Kilometern erreichen wir die Wohnung – und ich erreiche das Bett. Kurz. Sehr kurz. Naja, gut… sagen wir über eine Stunde. Als ich wieder auftauche, hat Tanja plötzlich Lust auf Waffeln. Und das kommt natürlich nicht von ungefähr. Gestern wurde ein Laden gesichtet, der „Waffel Bäckerei“ heißt und offenbar das Waffel‑Versprechen seines Lebens gibt.
Also los. Waffeln bestellt, geliefert mit frischer Roter Grütze – optisch ein Gedicht. Geschmacklich… nun ja: Nach dem ersten Bissen ist mir sofort klar, warum wir noch Getränke dazu genommen haben. Trocken. Sehr trocken. Entweder hatte der Teig heute Eier‑ oder Butterferien. Oder beides. Wir nehmen es sportlich. Enttäuschungen gehören schließlich auch zu einem echten Urlaubstag.
Zur Schadensbegrenzung geht es erneut an den Strand, Sonne tanken auf einer der Promenadenbänke, Menschen beobachten, Meeresrauschen hören und dem Tag einfach beim Vergehen zuschauen. Herrlich entschleunigt.
Der Nachmittag schleicht sich langsam davon, also zurück in die Ferienwohnung – inklusive erneuter Pause. Am Abend zieht es uns dann in den Wintergarten der Bülow Bar. Dort wartet er auf uns: der Andalö Spritz. Ein Aperölchen, aber mit Sanddornlikör. Nordsee‑Upgrade deluxe. Und was soll ich sagen? Einfach wieder: lecker.
Der Abend gehört den Gesprächen. Über die Vielzahl an Geburtstagsgrüßen aus unserem Fotoverband, die Tanja heute auf allen Kanälen erreicht haben. Über Bildung, über Ironie – alles schön nacheinander, versteht sich. Es wird gelacht, sinniert und genehmigt. Ein herrlicher Abend.
Irgendwann machen wir uns auf den Heimweg zur Ferienwohnung. Die Uhr sagt „spät“, der Schritt sagt „müde“. Heute sind wir insgesamt knapp 12 Kilometer gelaufen. Ich wundere mich kurz über meine Erschöpfung – bis mir diese Zahl wieder einfällt.
Antwort gefunden. Licht aus. Norderney, du darfst das morgen bitte genauso weitermachen.





































Kommentare
vielen Dank für den Blog und die interessanten Infos.
Und weiterhin einen tollen Urlaub.
Sonnige Grüße,
Michael
Weiterhin viel Spaß beim erholen, knipsen, klönen :)
Liebe Grüße
die Waffeln sind dort immer gleich. Wenn du mal im Internet nachsiehst, dann ist die Bewertung wohl nicht so positiv. Das hätte ich besser vorher mal nachgesehen.
Herzliche Grüße
Norbert
die sonnigen Grüße gibt es ab heute nicht mehr. Hier ist alles nur noch grau in grau.
Herzliche Grüße
Norbert