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26.4.2026 - Antwerpen läuft – wir fotografieren

 Es gibt diese Tage auf Fotoreisen, an denen sich alles fast beiläufig richtig anfühlt. Man steht auf, hat gut geschlafen, frühstückt entspannt im Hotel – und noch bevor man die Kamera in die Hand nimmt, weiß man: Das wird ein guter Tag. Genau so beginnt unser zweiter Tag in Antwerpen.

Ohne Eile, aber mit spürbarer Vorfreude machen wir uns gegen 10:00 Uhr auf den Weg zum Provinzhaus Antwerpen. Markante Architektur hat ihre ganz eigene Sprache, und hier spricht sie klar und selbstbewusst. Linien, Formen und das Spiel von Licht und Schatten fordern unsere volle Aufmerksamkeit. Man kann nicht einfach daran vorbeigehen. Die Kameras sind schnell im Einsatz, der Blick geschärft, der Alltag vollständig ausgeblendet.

Von dort geht es weiter zum Justizpalast Antwerpen, auch dieser muss fotografisch festgehalten werden – aber auch mitten hinein in das größte Laufevent Belgiens. Tausende Läuferinnen und Läufer strömen durch die Stadt, Zuschauer stehen Spalier, überall Bewegung, Jubel, Emotion. Antwerpen pulsiert. Spätestens hier wird klar, dass die Stadt an diesem Tag noch lebendiger, noch lauter und intensiver ist als ohnehin schon.

Nach diesem Trubel steuern wir einen echten Klassiker an: die alte hölzerne Rolltreppe, die hinunter in den Tunnel unter die Schelde führt. Eigentlich haben wir zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als genug fotografisches Material gesammelt. Eigentlich. Doch dieser Ort besitzt eine ganz eigene Magie, der man sich kaum entziehen kann – und natürlich entstehen auch hier wieder neue Bilder.

Zurück in der Altstadt meldet sich irgendwann der Hunger. Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, teilen wir uns kurzerhand in kleinere Gruppen auf. Tanja und ich entscheiden uns für einen Libanesen – und liegen goldrichtig. Großartiges Essen, eine willkommene Pause, neue Energie. Nach etwa einer Stunde stoßen wir wieder zur Gruppe.

Der Nachmittag verläuft ruhiger. Hafenumfeld, Straßen, Details. Kein festes Ziel mehr, nur noch Schlendern, Beobachten, Wahrnehmen. Hier ein Foto, dort ein kurzer Moment. Man merkt irgendwann, wenn die Luft langsam raus ist. Also zurück zum Hotel, Koffer holen, und zum Abschluss noch ein paar Aufnahmen im beeindruckenden Bahnhof Antwerpen-Centraal – ein würdiger letzter fotografischer Halt.

Dann beginnt der Heimweg. Der erste kleine Reiseklassiker lässt nicht lange auf sich warten: Unser ursprünglich geplanter Zug fällt aus. Kurz umdisponieren, Gleis wechseln, ein Sprint. Umstieg über den Brüsseler Flughafen, erneut Zeitdruck. Die Türen schließen fast, Anne fehlt noch. Türen offenhalten, banges Warten – dann Erleichterung: Alle an Bord.

Der letzte Umstieg in Brüssel Nord klappt problemlos. Wir sitzen im ICE Richtung Köln und können endlich durchatmen. Zwei intensive, inspirierende Tage in Antwerpen liegen hinter uns – eine Stadt, die fotografisch unglaublich viel zu bieten hat und die man jederzeit genauso wieder erleben würde.

In Köln wird es dann noch einmal sportlich. Der ICE fährt ein, die Uhr zeigt: Noch genau eine Minute bis zur Abfahrt des Regionalexpresses um 20:21 Uhr Richtung Gerolstein. Keine Zeit für Diskussionen. Ich springe aus dem Zug, wechsle auf die andere Gleisseite und lege einen Spurt von gut 200 Metern hin. Puls hoch, Atem kurz, Ziel fest im Blick.

Ich erreiche den Zug, drücke auf den Türknopf – und sehe in genau diesem Moment, wie er abfährt. Der Triebwagenführer war offenbar früher einmal bei der KVB beschäftigt. Türen zu heißt Türen zu.

Also kein Drama, kein Ärger. Wir nehmen den nächsten Zug, lehnen uns zurück und lassen Antwerpen noch einmal Revue passieren – in Gedanken, in Bildern, in diesem besonderen Gefühl, wenn eine Reise genauso verlaufen ist, wie man es sich erhofft hat.

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