Unser Tag findet heute im Blue Mountain Ressort statt. Das ist eine alpinistische Retortenstadt, die vom Bergcoaster über Kletterpark und Schwimmbad alles anbietet. Hier haben wir uns im Vorfeld Tageskarten bestellt, die vom Preis her einem Besuch im Phantasialand gleichkommen.
Wir holen uns also morgens die Bändchen ab, damit jeder weiß, dass wir heute alles machen dürfen. Als erstes besuchen wir die Sommerrodelbahn. Sie ist von der Bauart identisch mit dem Alpsee Coaster in Immenstadt. In Immenstadt wird dir oben an der Bahn gezeigt, dass die Hebel zum Bremsen oder Beschleunigen sind. Die Informationen, dass du eigentlich nicht bremsen musst, wird dir auch noch gegeben, da man hier nicht aus der Bahn fliegen kann.
Wir sind jetzt aber in Kanada und da wird dir zuerst nahegelegt, dass du dir einen Sicherheitsfilm ansiehst. Du wirst nach deinem Alter gefragt, da du ab 60 nicht mehr mitfahren darfst – Da habe ich ja noch mal Schwein gehabt. Anschließend überprüfen drei Leute, ob du dich auch richtig angeschnallt hast. Ja richtig, es sind drei Leute. Bevor es losgeht werde ich noch darauf hingewiesen, dass ich auf der Bahn nicht stehenbleiben darf und auch nicht auffahren. OK – los geht’s. Einmal mit Vollgas den Berg hinab – Schön ists,
Weiter geht es mit der Seilbahn auf den Gipfel. Oben hat bisher noch nichts auf und so fahren wir wieder herunter.
Im Kletterpark darf man nur mit Sneakern umherlaufen. Also bei mittlerweile 27 Grad geht es noch mal zum Parkplatz, damit wir die richtigen Schuhe anhaben. Wir klettern ein wenig im Netzparcour umher und werden von einer älteren Dame gefragt, wo denn unsere Kinder sind. Wir sagen, dass wir das selbst gerne machen und ernten nur Missverständnis. Die Attraktionen werden jetzt immer voller und an der Sommerrodelbahn wartet man mittlerweile eine Stunde.
Die Temperaturen gehen in Richtung 30 Grad und wir überlegen uns, dass wir das Schwimmbad aufsuchen. Hier kommt der nächste Punkt, an dem ich merke, dass ich in Kanada bin. Beim Eintritt in das Bad bekommen wir ein lila Armbändchen. Das zeigt dem Bademeister, dass du wohl eine Bleiente bist. Somit darfst du nicht in den Schwimmerbereich. Da ist es egal, dass du als Jugendlicher alle Schwimmabzeichen bis zum Totenkopfschwimmer gemacht hast und wohl die David Hasselhoffs am Beckenrand alle retten kannst. Nein, du musst diesen Helden des Wassers zuerst einmal zeigen, dass du nicht untergehst. Darauf habe ich keine Lust und so bleibe ich umringt von Kindern in Rettungswesten im Nichtschwimmerbereich. Zunächst sind es auch nur ein, zwei Kinder, nach ca. einer halben Stunde habe ich das Gefühl, dass die Titanic hier gerade untergeht und alle Frauen und Kinder mit ihren Westen im Becken untergehen.
Wir setzen uns an den Beckenrand und versuchen uns zu entspannen. Es ist hier aber so laut, dass wir flüchten.
Zunächst gibt es eine Mittagspause beim Sushi-Mann und dann überlegen wir uns, dass wir eine Runde „Mini“-Golf spielen. Zunächst wird dir auch hier wieder erklärt, dass du nicht im umherfließenden Bach schwimmen sollst und wenn der Ball dort hinfällt, dann soll man sich einfach einen neuen holen. Auf keinen Fall soll man den Ball selbst angeln, da man ja untergehen kann. Es kamen noch jede Menge wichtige Hinweise, die ich aber nicht wiedergeben kann, da ich einfach nicht mehr zugehört habe.
Dann kommt jedoch ein Moment, der einfach schön ist. Du legst dir den Ball im Abschlagbereich hin, kontrollierst, ob auch alles richtig ist, schlägst ab und denkst, der kommt gut. Das meinen die anderen nachfolgenden Spieler auch und man hört nur ein Raunen. So etwas fördert dein kleines Selbstbewusstsein und du gehst wie Berhard Langer zum Ball und lochst dann mal mit dem zweiten Schlag ein – Geht doch.
Die Runde Golf ist dann auch das Ende unseres „Vergnügungstages“ im Ressort, da die Warteschlangen mittlerweile immer länger werden.
Zurück in unserer Unterkunft merken wir, dass uns der Tag sehr viel Kraft gekostet hat, und so machen wir eine Pause. Am frühen Abend geht es noch in das gestrige Restaurant und wir genießen unser Essen bei Livemusik.
Ach ja, das Ressort kann ich nicht empfehlen. Da würde ich doch bei einem Tag im Phantasialand mehr erleben.





































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